Ulis Culinaria

Dundee

Dundee Marmalade

Die weltweit geschätzte leicht bittere Orange Marmalade wird meist für eine englische Er-findung gehalten, dabei stammt sie ursprüng-lich aus dem einstigen Walfängerhafen an der schottischen Ostküste. Aber auch dort ist das Klima, genauso wie überall auf dem briti-schen Archipel, nicht gerade günstig für einen erfolgsverspre-chenden Anbau von sonnenhungrigen Zi-trusfrüchten.

Im Hafen von Dundee ist die RRS Discovery zu besichtigen, das Royal Research Ship, mit dem Robert Falcon Scott ab 1901 seine ersten Fahrten zur Erkundung der Antaktis unternahm.

Zumindest eine Legende besagt, dass die Kaufmannsfrau Janet Keiller aus Dundee, als sie auf eine Lieferung von spanischen Orangen wartete, stattdessen Bitter-orangen aus →Sevilla geschickt bekam. Die waren zwar nicht als Tafelobst verkäuflich, aber verkommen lassen wollte Mrs. Keiller sie freilich auch nicht. Also kochte sie sie mit Zucker so lange ein, bis das Produkt herauskam, das bis heute als Dundee Marmalade z.B. auf Toastbrot gestrichen wird.

Die Bezeichnung marmalade ist im englischsprachigen Raum, aber seit etlichen Jahren auch in der gesamten EU, Zubereitungen aus Zitrusfrüchten vorbehalten. Das gilt auch für die deutsche Schreibweise Marmelade. Von der aus anderen Früchten hergestellten jam bzw. Konfitüre unterscheidet sie sich zudem durch das Zufügen von Zesten aus der Zitrusschale.

Der Begriff Marmelade in seinen verschiedenen landessprachli-chen Variationen hat seine Urform im griechischen melimelon, das aus meli (Honig) und melon (Apfel) zusammengesetzt ist. Mit dem Honigapfel war ursprünglich die Quitte gemeint. Diese roh ungenießbare Frucht wurde im Portugiesischen zum marmeleiro, aus dem man schon früh marmelada kochte.

Die Dundee Marmalade passt auch gut zum Dundee Cake, einem reichhaltigen Festtagskuchen mit Rosinen, Mandeln, Orangeat und Zitronat. Ob in der runden Tortenform, im Kasten oder als Kugelhupf gebacken und mit welch phantasiereichem Dekor auch immer versehen, sind zahlreiche auf die Oberfläche gesetzte Mandeln das Erkennungsmerkmal dieses meist zu christmas gebackenen Kuchens.

Der Dundee Cake wird auch in Plätz-chengröße gebacken, die dann die Pluralform Dundee Cakes tragen.

Von den britischen cakes, diesem vor allem zur tea time allgegenwärtigen Kleingebäck, ist das deutsche Wort Keks abgeleitet. Die Eindeutschung haben wir dem Hannoveranischen Bäckerei-Besitzer Bahlsen zu verdanken, der das Wort als erster für seine →Leibniz-Kekse gebrauchte.