Ulis Culinaria

Creazzo

Broccoli fiolaro di Creazzo

Schon dem Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe soll während seiner Italienreise (1786 bis 1788) in der Provinz Vicenza (Region Veneto) eine Varietät des cavolo broccolo geschmeckt haben, die heute noch als Broccolo fiolaro di Creazzo angebaut wird.

Das Blattgemüse war im 20.Jh. zugunsten der bei uns bekannten blumenkohlähnlichen Brokkoli in den Hintergrund geraten, wird aber in jüngster Zeit wegen des vergleichsweise intensiveren Ge-schmacks wieder vermehrt angebaut. Die Be-zeichnung fiolaro entstammt dem venetischen Dialekt und bezieht sich auf die kleinen Seiten-triebe, die am Stiel der löwenzahnähnlich ge-zackten Blätter sitzen und hier fioi genannt wer-den. Im Italienischen lautet der Begriff figli und bedeutet Kinder. Diese Sprosse bilden mit den jungen Blättern die in der Küche verwendeten zartesten und schmackhaftesten Teile der Pflanze. Sie lassen sich ähnlich vielseitig wie Spinat zube-reiten. In Salaten oder als Pizzabelag für anti-pasti, mit pasta oder in risotto als primo piatto oder zu Fisch und Fleisch beim secondo piatto – der broccolo fiolaro ist ein wahrer Allesköner.

Bereits Cato d.Ä. (bekannt für seine Senatsreden in Rom, die er jedesmal mit der Bemerkung beendete, er sei übrigens der Meinung, dass Karthago zerstört werden müsse) lobte im 2.Jh.v.Chr. in einer seiner Schriften den Geschmack des Kohlgewächses aus Credacium und besonders seine gesundheitsfördernden Eigenschaften.