Ulis Culinaria

Bern

Die Hauptstadt der Schweiz beansprucht für sich auch die Rööschti-Urform: Für die Berner Rösti werden gekochte Kartoffeln (in →Zürich rohe!) mit der Schale gerieben und mit kleingewürfeltem Speck und Zwiebeln zu kleinen Fladen gebacken.

Jedenfalls die Franzosen sehen die Rööschti offensichtlich als originäres Berner Rezept an, denn sie heißen bei ihnen Pommes à la bernoise.

Gerichte, bei denen als Beilage Butternudeln und Bratkartoffeln kombiniert werden, stehen auf der Speisekarte mit dem Zusatz Berner Art (à la bernoise).

Die Berner Platte vereint in üppiger Weise diverse Teile von Rind und Schwein mit verschiedenen Würsten und Gemüsebeilagen, oft auch Sauerkraut, was eine Verwandschaft zum elsässischen choucroute garnie erkennen lässt (→Krautergersheim). Die erste Berner Platte entstand der Legende nach am 5. März des Jahres 1798, als die Bewohner der Stadt nach der siegreichen Schlacht von Neuenegg gegen die Franzosen ein Festmahl veranstalteten, zu dem jeder das Beste beisteuerte, was Küche und Keller gerade hergaben.

Etwas leichter kommen Canapés à la bernoise daher, kleine Brotscheiben (→Genève) mit Belag aus gehacktem Schinken, mit Rahmsauce und Emmentaler gratiniert.

Canapés - beliebtes Fingerfood

Lisette Rytz (geb. Dick) schrieb das

Neue Berner Kochbuch

mit dem Untertitel

Anleitung, die im gewöhnlichen Leben sowohl als auch bei Fest=Anlässen üblichen Speisen auf die schmackhafteste Art zuzubereiten,

in 4. Auflage 1843 erschienen.