Ulis Culinaria

Tarascon-sur-Ariège

La Tarasconnaise - alte Pyrenäen-Schafrasse

Die Gemeinde liegt an den nördlichen Hängen des massif pyrénéen im Département Ariège, im Tal des gleichnamigen Flüsschens. Tarascon war bis ins 19.Jh. ein Marktstandort mit überregionaler Bedeutung, an dem auch mit verschiedenen Nutztieren gehandelt wurde. Wohl deshalb nannte man eine hier seit Jahrhunderten beheimatete Schafrasse Tarasconnaise. Sie geht auf alte races ovines zurück, die unter der Bezeichnung race des Pyrénées oder Ovis aries iberica zusammengefasst werden. Manche Fachleute sehen die ursprüngliche Heimat der Tiere im kleinasiatischen Raum des östlichen Mittelmeeres. Jedenfalls hat sich die tarasconnaise an die hiesigen heißen Sommer und kalten, schneereichen Winter hervorragend angepasst. Ganzjährig im Freiland zwischen den hohen Bergen und den Tälern der Pyrenäen wandernd entwickeln die relativ kleinen, aber robusten Tiere schmackhaftes, helles Fleisch, was der Hauptzweck ihrer Haltung ist.

Sie sind, auch wegen ihrer guten Fortpflanzungsfreudigkeit, Hauptlieferant des als agneau des Pyrénées namentlich geschützten und bei Kennern begehrten Lammfleisches. Die Lämmer wachsen mindestens während der ersten 60 Lebenstage sous la mère (wörtl. unter der Mutter) auf, d.h. die Muttermilch ist neben den Weidepflanzen ihre Hauptnahrung.

Das Lammfleisch lässt sich in gehackter Form auch gut in einer fougasse verarbeiten, wie sie 10km weiter nördlich in →Foix gebacken wird.