Ulis Culinaria

Cimadolmo

Seit 2006 gibt es im Veneto als touristische Route die Strada dell’Asparago, mit der Spargelbauern und Gastronomen für den

Asparago Bianco di Cimadolmo (IGP)

werben.

Der Ortsname bedeutet Ulmengipfel (cima = Bergspitze, olmo = Ulme). Ulmen sind äußerst durstig und durchaus in der Lage, extrem nasse Böden so weit zu entwässern, dass sie landwirtschaftlich genutzt werden können. Aus diesem Grund sollen sie bereits im späten Mittelalter von Mönchen hier, im Tal des Piave, angepflanzt worden sein. Nicht umsonst ziert also eine prächtige Ulme auch das Ortswappen von Cimadolmo. Der Hauptfluss der Provinz Treviso, der nördlich von Venezia in die Adria mündet, hat durch regelmäßige Überflutungen ein sandig-lehmiges Schwemmland geschaffen, in dem sich der Spargel nun, den Ulmen sei Dank, nachweislich seit dem 17.Jh. sehr wohl fühlt. Hierzu trägt auch das feuchtwarme Klima mit regenreichem Frühjahr bei. 

Asparago bianco di Cimadolmo

Spargel vom Ulmenberg

Der in Cimadolmo geborene Schriftsteller Giacomo Agostinetti hat 1679 in seinen 110 Aufzeichnungen über das ländliche Leben in seiner Heimat erstmals den Anbau des Asparagusofficinalis (und etlicher anderer Nutzpflanzen) beschrieben. Während die Kultur von grünem Spargel in Italien seit Urzeiten betrieben wird, hat man in Cimadolmo schon früh begonnen, die Bildung von Chlorophyll durch das Anhäufen von Erdwällen zu verhindern, aus denen die essbaren jungen Triebe gegraben werden, bevor sie sich zum Licht durchgekämpft haben. Die zarten, wenig faserigen und schneeweißen Stangen laden mit ihrem Wohlgeschmack zu vielfältiger kulinarischer Verwertung ein.

Favoriten sind natürlich →Pasta-Gerichte wie lasagnetta all‘ asparago bianco oder allerlei Risotto-Varianten. Unter die →IGP fallen neben Cimadolmo weitere zehn Dörfer in unmittelbarer Nachbarschaft, die sich im →Consorzio Asparago Bianco di Cimadolmo IGP zusammengeschlossen haben. Diese Vereinigung kümmert sich um Marketingmaßnahmen wie die oben erwähnte Spargelstraße oder Präsenz bei allerlei Festen, wacht aber auch über die Einhaltung der für die IGP vorgegebenen Kriterien, also über den biologischen Anbau, die Verarbeitung und den Vertrieb des edlen Gemüses. So muss auf den Spargelfeldern beispielsweise ein zweijähriger Fruchtwechsel erfolgen, um ein Auslaugen des Bodens zu vermeiden. 

Der Ertrag ist auf 7t/ha begrenzt. Und ständig sind die rund 40 Spargelbauern bemüht, die Qualität ihres Produktes weiter zu erhöhen.

Unter dem geschützten Namen werden mehrere Sorten angebaut, darunter auch der Precoce d’Argenteuil (→ Argenteuil, →Cantello).