Ulis Culinaria

Brest

Wenn Sportbegeisterung und Konditorenkunst aufeinandertreffen, kann ein Ergebnis herauskommen wie der Paris-Brest genannte Kuchen.

1910 nahm der Pâtissier Louis Durand aus dem Ort Maisons-Laffitte etwa 20km nordwestlich von Paris das Traditions-Radrennen Paris-Brest-Paris zum Anlass, pâte à choux (Brandteig) in Ringform zu backen und diesen Fahrradreifen mit crème mousseline (crème pâtissière mit erhöhtem Butteranteil) aufzupumpen. Mit angerösteten Mandelblättchen verlieh er dem Reifen ein griffiges Profil. 

Auftraggeber für die Kreation war der Sportjournalist Pierre Giffard, der 1891 das Rennen von der französischen Hauptstadt bis ins 500km weiter westlich am äußersten Ende der Bretagne gelegene Brest und zurück ins Leben gerufen hatte.

Das Gebäck gilt heute schon fast genauso als Klassiker wie das Radrennen selbst.

Der course cycliste fand zwar als offizielles Sportereignis 1951 zum letzten Mal statt, die meist als Dessert gereichte Torte erfreut sich dagegen ungebrochener Beliebtheit.

Dass dies nicht nur in Paris und Brest so gesehen wird, zeigt sich an einer Briefmarke, auf der die französische Post 2010 das sportliche Backwerk in der Serie La France comme j’aime – Saveurs de nos régions (Frankreich, wie ich es liebe – Geschmäcker unserer Regionen) verewigt hat.

Manche Cafés bieten den Paris-Brest als Portionsgebäck an.

Dann kommt er allerdings eher in Form eines Windbeutels (→Honoré) oder eines éclairs daher. Jedenfalls ist die Reifenform dahin.

Für das namensgebende Radrennen leider nicht mehr zu gebrauchen …