Ulis Culinaria

Braunschweig

Eine dem Namen entsprechend gefärbte Gemüsezwiebelsorte ist als

Braunschweiger Dunkelblutrote

auf dem Markt. Die überwiegend milde Sorte von Allium cepa ist gut aus Samen zu ziehen und deshalb bei Hobbygärtnern beliebt. Zudem ist sie, im Gegensatz zu vielen anderen roten Zwiebeln, sehr lagerfähig. Neben den weißen, nach →Stuttgart benannten Riesenzwiebeln gehört sie zu den in Deutschland am meisten angebauten Sorten.

Als Braunschweiger Wurst ist eine grobe, streichfähige Räuchermettwurst im Metzgereiangebot. In den USA sind verschiedene Wurstsorten als Braunschweiger, als Brunswick Liverwurst (Leberwurst) oder als Beef Braunschweiger bekannt. Dies ist wohl Braunschweiger Auswanderern zu verdanken, die im 19.Jh. ihre heimische Wurst als Dosenkonserve in die Neue Welt brachten.

In der niedersächsischen Stadt wird gerne eine hübsche Legende zur Geschichte der dicken Wurst erzählt. Ein Metzgergeselle wollte die Tochter seines Meisters heiraten. Dieser stellte ihm als Bedingung die Aufgabe, eine außergewöhnlich gute Wurst zu kreieren. 

 

Nach angestrengten Bemühungen legte der junge Mann mehrere in Darm abgefüllte Mettvarianten vor, von denen aber keine den Gefallen des Metzgers fand.

Zornig nahm nun die Tochter all die abgelehnten Produkte ihres Geliebten, mischte die unterschiedlichen Füllungen zu einem neuen Mett und hängte die damit gefüllten Därme in den Rauch. Das Ergebnis legte sie als Arbeit des Gesellen ihrem Vater vor. Dieser war begeistert und stimmte endlich der Heirat zu. Der glückliche Bräutigam wusste zwar nicht, wie ihm geschah, aber die Braunschweiger Wurst war geboren.

Am Ende des 18.Jhs. brachten der herzogliche Hof-Küch-Meister J.D. Knopf und der herzogliche Schlachte-Meister J.Chr. Förster ein Lehrbuch heraus: Braunschweigisches Kochbuch für angehende Köche, Köchinnen und Haushälterinnen nebst einer Anleitung zu der einem Koche so unentbehrlichen Wissenschaft des innern Haushalts.