Ulis Culinaria

Bourbourg

Unter Geflügelzüchtern ist die nordfranzösische Gemeinde bekannt wegen des schneeweißen

Canard de Bourbourg

und wegen der

Poule de Bourbourg,

zwei auch kulinarisch beachtenswerten Geflügel-Rassen.

Der Ortsname ist aus dem Vlaams abgeleitet, der flämischen Sprache, wie sie jenseits der nur wenige Kilometer entfernten Grenze zu Belgien gesprochen wird. Bruec borc bedeutet Stadt im Sumpfland. Nachdem im frühen Mittelalter Teile des Küstengebietes am Ärmelkanal zur landwirtschaftlichen Nutzung trockengelegt waren, siedelten sich in dem entstandenen fruchtbaren Neuland allerlei Vögel an. Man domestizierte einige von ihnen über die Jahrhunderte, und die Ente und das Huhn von Bourbourg sind Ergebnis der langen Zuchtgeschichte. 

Die Ente erfuhr zwischenzeitlich genetische Auffrischung durch Kreuzung mit der Schwester aus →Aylesbury, was ihr Erscheinungsbild, fleckenlos weißes Federkleid und hellrosafarbener Schnabel, sowie die außergewöhnliche Fleischqualität beeinflusst hat. Mitte des 20.Jhs. galten sowohl Ente als auch Huhn, weil beide nicht zur Massentierhaltung geeignet, praktisch für ausgestorben. 

Einzelne Züchter haben aber aus den wenigen verbliebenen Exemplaren wieder eine zwar noch kleine, aber exzellente Freilandhaltung aufgebaut. Die Tiere sind bei Feinschmeckern und qualitätsbewussten Köchinnen und Köchen über die Region hinaus begehrt. Die Hühner, die eine etwas wechselhaftere Zuchtgeschichte hinter sich haben als die Enten, sind zudem wegen ihrer großen, braunschaligen Eier wirtschaftlich interessant.