Ulis Culinaria

Bogotá

Bogotá liegt immerhin auf über 2.600m Höhe, da wird es schon mal richtig kalt. Deshalb liebt man hier wärmende, dicke Suppen und Eintöpfe, in denen Fleisch und Gemüse vereint werden. Der

Cocido Bogotano

ist ein Rinderschmortopf mit grob geschnittenen Maiskolben, Kartoffeln und Karotten.

 

Ajiaco santafereño

Nach Santa Fe, dem früheren Namen der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, ist der Ajiaco Santafereño (auch Ajiaco de Bogotá) benannt, ein Mittelding aus Suppe und Eintopf mit Hähnchen, Mais, Kartoffeln verschiedener Sorten und je nach Küche weiteren Zutaten, z.B. Avocado oder Kapern. Aber immer mit dem namensgebenden ajo (Knoblauch) und vielen Kräutern.

Dabei darf ein Kraut nicht fehlen, das von der kolumbianischen Hochebene Guasca stammt und deshalb guascas genannt wird. Durch die spanischen conquistadores kam das Kraut nach Europa und wurde zunächst als Zierpflanze behandelt. 

Einer der ersten Standorte war der Botanische Garten von Madrid. Dessen Direktor, Señor Galinsoga, wurde geehrt, indem man dem Pflänzchen den wissenschaftlichen Namen Galinsoga parviflora verpasste. Der zweite Namensteil bedeutet kleine Blüte.

Die Blüten sehen aus wie kleine, gelbe Kugelknöpfe mit einem Kranz aus weißen Blütenblättchen. Nachdem im späten 18.Jh. erste Pflanzen nach Deutschland gelangten, bekamen sie daher den Namen Knopfkraut. Den zweiten gebräuchlichen Namen, Franzosenkraut, verdanken sie dem Zufall, dass sie etwa zeitgleich mit den napoleonischen Truppen einmarschierten. Denn so unbeliebt wie die französischen Soldaten bei der Bevölkerung machte sich der Neophyt bald bei den Landwirten, die es als Unkraut bekämpften.

Vielleicht lag es ja an diesen ungünstigen Startbedingungen, dass sich das südamerikanische Würzkraut nicht so recht in den deutschen Küchen durchsetzen konnte. Dabei lassen sich die frischen, leicht säuerlichen, an Kopfsalat erinnernden Blätter und junge Stiele in warmen und kalten Speisen verwenden.

Das Knopfkraut findet man in getrockneter – und deshalb recht geschmacksarmer – Form bei manchen Gewürzhändlern, die für die exotische Rarität entsprechende Preise ansetzen.

Dabei sind wahrscheinlich die meisten von uns schon an dem Pflänzchen vorbeigelaufen, wenn es unauffällig am Wegesrand, im Park oder an einer Häuserecke steht. Oder gar im eigenen Garten …?

Man müsste es halt nur erkennen!