Ulis Culinaria

Bingen

Zwar hat die beschauliche Stadt am Rheinknie, bei dem die Nahe mündet, nicht mit einer nach ihr benannten kulinarischen Spezialität aufzuwarten. Aber eine historische Persönlichkeit, die mit dem Namen der Stadt untrennbar verbunden ist, hat zumindest indirekt auch auf unsere heutigen Essgewohnheiten eingewirkt:

Hildegard von Bingen

(1098-1179) hat sich als Nonne und Äbtissin des Klosters auf dem Disibodenberg im Nahetal u.a. intensiv mit der Heilwirkung von Pflanzen auseinandergesetzt.

Ihre teils erst in jüngerer Zeit wiederentdeckten Schriften wurden nicht nur von Esoterik-Zirkeln mit Interesse aufgegriffen, sondern etliche engagierte Köchinnen und Köche, denen neben dem Genuss auch die Gesundheit ihrer Gäste am Herzen liegt, versuchen, die Studien und Empfehlungen Hildegards auf die Verwendung von Kräutern und Gewürzen in ihrer eigenen Küche anzuwenden.

Oft geht es hierbei nicht um völlig neue Erkenntnisse, ob z.B. ein bestimmtes Kraut verdauungsfördernd wirkt oder ein anderes die Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen fördert. Vielfach war aber derartiges Volkswissen auch durch den bequemeren Einsatz pharmazeutischer Produkte über lange Zeit schlicht in Vergessenheit geraten. 

Ein wenig Rückbesinnung auf diesem Gebiet kann also unsere Küchen durchaus bereichern und dabei sogar unsere Hausapotheken etwas entrümpeln.