Ulis Culinaria

Baena

Mit einem milden, goldgelben Aceite de Oliva Virgen Extra (Olivenöl aus erster Pressung) steht das andalusische Städtchen in der südspanischen Provinz Córdoba auf der Liste der spanischen DOP-Produkte. Die geschützte Bezeichnung beschränkt sich mit Baena auf den Namen des Hauptortes der Gewinnung von Öl aus sechs festgelegten Olivensorten.

Die in der Region Córdoba seit langem existierende Hauptsorte heißt picuda oder picudo. Den Namen verdanken diese Oliven der Besonderheit, dass sie ihre charakteristische Süße erst richtig entwickeln, wenn sie bei Vollreife von Vögeln angepickt werden. Und picar heißt auf deutsch picken. Nach dem spanischen Wort pájaro für Vogel nennt man die Sorte auch pajarero.

Die zum Teil uralten Bäume wachsen auf kalkhaltigen, lehmigen Böden, die ideale Bewässerung und Nährstoffe bieten. Die Früchte werden von Hand geerntet, also mit Stangen heruntergeschlagen oder beim Rütteln der Bäume in ausgelegten Netzen aufgefangen. Kegelförmige Mahlsteine rotieren wie austrudelnde riesige Spielzeugkreisel und zermahlen die Oliven zu Brei. Nur das dabei schon austretende Öl und das aus der folgenden schonenden ersten Pressung dürfen als D.O. Baena etikettiert werden.

Foto: Museo del Olivar, Baena

Selbstbewusst bezeichnen die Olivenbauern von Baena und den wenigen zur DOP gehörenden Nachbarorten ihr flüssiges Gold als el mejor aceite del mundo, das beste Öl der Welt. Damit das auch so bleibt, wacht das →Consejo Regulador de la Denominación de Origen de Baena über Anbau, Ernte und Verarbeitung der Oliven und vergibt die Berechtigung zur →DOP-Etikettierung.

Alles Wissenswerte zum Nahrungsmittel Olivenöl und natürlich speziell zu dem aus Baena erfährt man im →Museo del Olivar y el aceite. Auch in deutscher Sprache!

Das Museum wurde in einer ehemaligen Ölmühle eingerichtet.