Ulis Culinaria

Altenburg

Altenburger Senf

Bei diesem Namen klingelt es Skatschwestern und -brüdern in den Ohren, denn das wohl beliebteste Kartenspiel an deutschen Gasthaustischen ist 1810 hier erfunden worden. Seit 1927 hat das Deutsche Skatgericht seinen Sitz in Altenburg, 2002 wurde es zum Internationalen Skatgericht erweitert. Bekanntlich wird ja beim geselligen Skatabend auch gerne gut gegessen und getrunken, und zu mancher Speise gehört unbedingt auch ein ordentlicher Klacks Senf.

In dem thüringischen Städtchen ist die Produktion von Senf seit 1886 historisch belegt, war allerdings seit vielen Jahrzehnten eingeschlafen. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten hat ein mutiger Mensch begonnen, die alte Tradition wiederzubeleben. War anfangs ein Eimer Senf der Tagesumsatz, hat sich inzwischen die Produktion auf ein wirtschaftlich tragfähiges Maß erhöht. Neben dem als Altenburger Senf vertriebenen Grundprodukt wurde die Angebotspalette um diverse Senfvarianten, Saucen und Dips erweitert.

Die scharfe Würzpaste gibt einer durchaus auch in Altenburg beliebten Spezialität aus der direkten Nachbarschaft den letzten Pfiff: dem Mutzbraten aus Schmölln. Und wenn nach dem Mahl die Karten gemischt werden, kann man nebenbei immer noch ein paar Häppchen vom kümmelwürzigen und →g.U.-geadelten Altenburger Ziegenkäse zum Schließen des Magens schnabulieren. Eine Altenburger Destillerie steuert zur Verdauung den Schwarzgebrannten bei, einen aus fast 50 Kräutern gewonnenen Likör.